Richtiges Feedback geben und annehmen

Im Laufe der Karriere kommt man an einen Punkt, an welchem man nicht nur Feedback erhält, sondern auch selbst geben muss. Oft ist das gar nicht so einfach, denn Feedback wird oft schnell negativ verstanden, es kann aber auch durchaus Lob beinhalten. Meist werden im Zuge eines Feedbackgesprächs die Leistungen und das Verhalten evaluiert. Der eigentliche Gedanke dahinter ist, dass die Schwächen angesprochen und überwunden werden sollen, sowie Verbesserungspotenzial aufgezeigt wird. Dennoch ist Feedback geben oft eine Gratwanderung für den Feedback-Geber, gehört aber zu den wichtigen Soft-Skills, die sehr geschätzt wird und von Führungsqualität zeugt. Erfahre, wie du am besten konstruktive Kritik gibst, indem du die folgenden Regeln beachtest.

Richtiges Feedback geben und nehmen

7 Bestandteile eines konstruktiven Feedbacks

Feedback ist die Rückmeldung zur Arbeitsweise, oder zum Verhalten einer Person und eine weitgehend objektive Fremdeinschätzung. Meist sind die Selbst- und die Fremdwahrnehmung nicht ident, daher ist ein Feedback in der Berufswelt unerlässlich. Für ein konstruktives Feedback sind folgende Punkte zu beachten:

  • Zeitpunkt
  • Rahmen schaffen
  • Beschreibend
  • Konkret und sachlich
  • Ich-Botschaft
  • Perspektiven aufzeigen
  • Eigenes Verhalten

Zeitpunkt

Einer der entscheidendsten Punkte, wie Feedback auf- und angenommen wird, ist der Zeitpunkt. Zwischen Tür und Angel kann das Feedback missverstanden, oder gar nicht richtig wahrgenommen und eingeordnet werden. Wähle daher einen geeigneten Zeitpunkt, an dem genügend Zeit vorhanden ist, ein ordentliches Feedback zu geben, damit die andere Person die Möglichkeit hat, dieses zu verstehen und darüber zu reflektieren. Ein Feedback sollte möglichst zeitnah zu der angesprochenen Situation stattfinden, damit für die/den Feedback-Nehmer*in und dich die Situation, das Verhalten, o.ä. noch präsent sind. Lässt du dir zu viel Zeit dafür, kann es schwer werden, sich an Einzelheiten zu erinnern.

Rahmen schaffen

Feedback geben ist etwas sehr Persönliches und in den wenigsten Fällen wird dabei ausschließlich gelobt, daher ist es unpassend, dies vor versammelter Mannschaft in der Kaffeeküche zu machen. Am besten gibst du dein Feedback in einem Vier-Augen-Gespräch in einem neutralen Rahmen.

Beschreibend

Beschreibe besser die Situation, als diese zu bewerten oder zu interpretieren. Ein Feedback sollte nicht wertend sein. Gib wieder, was dir aufgefallen ist und lass der anderen Person die Möglichkeit, zu Wort zu kommen. Damit signalisierst du, dass du offen bist und dir auch die andere Seite anhörst. Bedenke, deine Wahrheit ist nicht die einzige. 

Konkret und sachlich

Beziehe dich bei deinem Feedback auf die Person und auf die genauen Umstände, anstatt auf eine Verallgemeinerung. Mit Beispielen ist es für die/den Feedback-Nehmer*in leichter zu verstehen, auf welchen Sachverhalt du dich genau beziehst. Bleibe sachlich und versuche, persönliche Sympathie, oder Antipathie außer Acht zu lassen.

Ich-Botschaft

Gib Feedback in Form von Ich-Botschaften, beispielsweise „Herr Müller, mir ist aufgefallen, dass Sie nach Ihrer Präsentation viele Fragen nicht beantworten konnten“, anstatt zu sagen „Herr Müller, Sie konnten viele Fragen nicht beantworten.“ Feedback wird besser angenommen, wenn dieses subjektiv formuliert wird und sich auf eine Person und eine Situation bezieht, anstatt einer pauschalen Aussage.  

Perspektiven aufzeigen:

Gutes Feedback zeichnet sich dadurch aus, dass du nicht nur sagst, was nicht in Ordnung ist, sondern auch Perspektiven aufzeigst, was die/der Feedback-Nehmer*in verändern kann. Du kannst diesen Punkt mit einer Frage einleiten, beispielweise mit „Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Situation XY zu verändern?“ In weiterer Folge kannst du deinen Lösungsansatz präsentieren. Je konkreter ein Lösungsansatz dargestellt wird, desto eher wird er akzeptiert und angenommen werden.

Eigenes Verhalten: Sei verständnisvoll und offen dem gegenüber, was dir die andere Person sagt.  Empathie ist eine wichtige Eigenschaft bei Feedbacks, um sich in die Lage des anderen hineinzuversetzen und entsprechend zu reagieren. Einigen Personen wirst du ein direktes Feedback geben können, bei anderen wirst du mehr Fingerspitzengefühl brauchen. Auf alle Fälle ist Empathie wichtig, um den richtigen Weg zu finden.


Ziel eines Feedbacks

Das Feedback ist ein sehr wichtiges Tool bei der Personalführung. Gutes und konstruktives Feedback trägt zu mehr Motivation und erhöhter Leistungsbereitschaft bei. Rückmeldungen sind auf jeder Hierarchieebene und an jedem Punkt in der Karriere hilfreich. Sie verbessern die Kommunikation im Unternehmen und helfen Missverständnisse zu klären. Darüber hinaus definieren Feedbacks Erwartungen und Ansprüche. Ein optimales Feedback stärkt das Vertrauen in das Unternehmen und führt zu besseren Ergebnissen.


Reaktionen auf Feedbacks

Beide Seiten stehen bei einem Feedbackgespräch vor Herausforderungen, welche nicht unterschätzt werden dürfen. Professionelles Feedback beinhaltet, wie erwähnt, nicht nur Lob, sondern auch Kritik. Einerseits solltest du als Feedback-Geber*in konstruktiv und ehrlich sein, aber dennoch empathisch das Feedback vermitteln. Auf der anderen Seite ist es für die/den Feedback-Nehmer*in keine einfache Situation. Die Reaktion auf ein Feedback kann daher unterschiedlich ausfallen, von Schock, dass man kritisiert wird, da sich Selbst- und Fremdwahrnehmung nicht decken, über Wut, dass die Rückmeldung nicht stimmt, da man nichts falsch gemacht hat, sondern nur die anderen fehlerhaft sind, zu Widerstand, indem dagegen argumentiert wird, bis hin zu Akzeptanz und die Einsicht, dass man mit Hilfe des Feedbacks sich weiterentwickeln und verbessern kann. Solltest du dennoch zu viel unzufriedenes Fedeback erhalten, oder denkst über einen Jobwechsel nach, kann dir dieser Beitrag "Unzufrieden im Job?" vielleicht weiterhelfen.

Wichtig ist, verständnisvoll zu bleiben. Gib der/dem Feedback-NehmerIn die Zeit, das Feedback zu verarbeiten und die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen, oder mit dir ein paar Tage später nochmals ein Gespräch zu führen, damit sie/er die Chance hat, in der Zwischenzeit darüber zu reflektieren.

UNSER FAZIT FÜR DICH

Gutes und konstruktives Feedback ist motivierend und leistungsfördernd, daher ist es wichtig, dieses so zu formulieren, dass es einen positiven Effekt hat. Für konstruktive Rückmeldungen wähle den richtigen Zeitpunkt aus. Nimm dir Zeit für das Feedback, damit die/der Feedback-Nehmer*in auch die Möglichkeit hat, es zu verstehen und bei Unklarheiten nachzufragen. Wähle einen ruhigen und neutralen Raum, wie ein Konferenz- oder Besprechungszimmer. Beschreibe das Verhalten der Person neutral, bleibe konkret und sachlich. Je konkreter du bist und je mehr Beispiele du anführst, desto leichter ist es, das Feedback nachzuvollziehen. Formuliere das Feedback in Ich-Botschaften, dass die gemachten Erfahrungen deine persönlichen Erfahrungen sind. Damit ist es besser verständlich und wird auch eher angenommen.  Ein Merkmal eines guten Feedbacks ist, dass es nicht nur kritisiert, sondern Möglichkeiten und Perspektiven aufzeigt, wie sich die Person verbessern und ihre Verhaltensweisen korrigieren kann. Du solltest während des Feedbacks verständnisvoll und empathisch sein. Zeige Taktgefühl und dosiere dein Feedback. Bereite dich auf das Feedback vor. Es ist besser, wenn du kontinuierlich kurze Rückmeldungen gibst. Sei ehrlich, aber auch verständnisvoll und höre zu, was die andere Person zu sagen hat, denn ein Dialog auf Augenhöhe kann für alle Beteiligten sehr wertvoll sein.

Blogbeitrag von Victoria Romanin

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