Lebenslauf erstellen: Tipps zu Aufbau, Inhalt, Struktur und Design

Du bewirbst dich auf eine Stelle? Dann heißt es erstmals, Lebenslauf erstellen bzw. aktualisieren. Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse, das sind die drei Bestandteile, welche bei fast jeder Bewerbung gewünscht werden. Auch wenn man es nicht glauben möchte, der Lebenslauf ist der wichtigste Teil der Bewerbung. Die Arbeitgeber schauen sich meist zuerst den Lebenslauf an, da der*die Bewerber*in anhand der persönlichen und berufsbezogenen Angaben in wenigen Augenblicken unter die Lupe genommen werden kann, ob er*sie für die ausgeschriebene Stelle in Frage kommt. Mit ein paar einfachen Tipps und Tricks, kann man einen Lebenslauf rasch auf Vordermann bringen und damit einen Vorteil gegenüber anderen Bewerber*innen verschaffen.

Lebenslauf erstellen: Tipps zu Aufbau, Inhalt und Co.

Warum ist ein Lebenslauf so wichtig?

Bevor wir in die optimale Darstellung und Strukturierung eines Lebenslaufs eintauchen und diesen auch gemeinsam erstellen, klären wir erstmals die Relevanz des vermeintlich wichtigsten Dokuments innerhalb deiner Bewerbung. Oftmals wird das Dokument auch mit "CV" abgekürzt. Diese Bezeichnung kommt aus dem Lateinischen (Aussprache: Kurrikulum Witä), bedeutet ausgeschrieben "Curriculum Vitae" und übersetzt tatsächlich Lebenslauf.

Vorselektion aus Bewerbungen

Bevor sich ein*e Personaler*in ein persönliches Bild von den Bewerber*innen machen möchte, treffen sie eine erste Vorselektion anhand der gesendeten Bewerbungsunterlagen, grundlegend bestehend aus Lebenslauf, Bewerbungsschreiben und weiteren Dokumenten wie beispielsweise Zeugnisse, Zertifikate, Urkunden usw. Trotz vielen geforderten Dokumenten geschieht der erste Faktencheck zu deiner Person über die Angaben anhand des Lebenslaufs. Besonders hohe Relevanz haben das Bewerbungsfoto, die persönlichen Daten, Angaben zu deiner Ausbildung sowie zur beruflichen Situation (Qualifikation, Berufserfahrung, Fähigkeiten, Talente usw.).

Erwartungen der Personaler*innen

Ein guter Lebenslauf ermöglicht es den Personalverantwortlichen, Kerninformationen auf effiziente Weise herauszukristallisieren. Dementsprechend wird ein tabellarischer Lebenslauf mit übersichtlicher Struktur vorgezogen. Es gibt viele Online-Editoren für kostenlose Lebenslauf-Vorlagen bzw. Muster-Lebensläufe, die mit eigenen Angaben und individuell wichtigen Informationen ausgestattet werden können. Bei Lebenslauf Muster sollte jedoch darauf geachtet werden, dass dennoch die Persönlichkeit zur Geltung kommt, denn ob sich Bewerber*innen Mühe bei der Gestaltung des Lebenslaufs machen, ist gut erkennbar. Selbstverständlich könnte das die spätere Arbeitsweise widerspiegeln, oder?

Besonders bei einem kreativen Lebenslauf, wenn du dich beispielsweise für eine ausgeschriebene Stelle im Grafik-Bereich bewirbst, darf deine Fähigkeiten bereits darin zum Ausdruck bringen.

Für deine Bewerbung haben wir nun die Basics geklärt. Dann widmen wir uns nun dem Thema, wie du deine persönlichen Daten, beruflichen Situationen und Fähigkeiten optimal "auf das leere Blatt" bringst. Wir erstellen gemeinsam deine Bewerbung für bevorstehende Traumjobs!


Aufbau eines modernen Lebenslaufs

Persönliche Angaben

Zu den persönlichen Angaben gehört dein Name, dein Geburtsdatum, Geburtsort, deine Anschrift, sowie deine Kontaktdaten. Früher gehörte in dieses Feld auch der Beziehungsstatus, was allerdings heute unüblich ist. Auch die Staatsangehörigkeit kannst du angeben, musst du aber nicht. In den heutigen Lebensläufen beschränkt man sich auf wenige Informationen.

Ausbildung und Berufsangaben – was kommt zuerst?

Wenn du noch nicht gearbeitet hast, kommt der Punkt „Ausbildung“ zuerst, gefolgt vom „beruflichen Werdegang“. Hast du allerdings schon einige Berufe ausgeübt und möchtest dich umorientieren, kommt zuerst „deine Berufserfahrung“.

Angaben zur Ausbildung

In dieses Feld kommt deine gesamte Ausbildung von der Grundschule bis zum letzten Abschluss, den du gemacht hast. Gib den vollen Namen der Schule, Gymnasium, Universität etc. an, sowie die Stadt, in der du diese besucht hast. Füge zusätzlich hinzu, welchen Abschluss du in welchem Bereich gemacht hast. Weitere Informationen, welche du beifügen kannst, sind, beispielsweise deinen Notendurchschnitt, deine Spezialisierung oder den Titel deiner Abschlussarbeit, wenn diese relevant für die Stelle sind.

Wenn du Wehrdienst, Zivildienst oder Ähnliches absolviert hast, schreibe das ebenfalls in den Lebenslauf, nicht nur damit du keine Lücken im Lebenslauf hast, sondern das zeigt deine zusätzlichen Qualifikationen und Fähigkeiten.

Angaben zur Berufserfahrung

Bei einer beruflichen Umorientierung kommt dieser Punkt zuerst, da der Fokus auf deinen beruflichen Erfahrungen liegt, welche du vorweisen kannst und nicht mehr so stark, auf der schulischen Laufbahn. Schreibe alle Jobs hierhin, welche du angetreten bist, füge auch Praktika oder Hilfsstellen ein. Gib bei jedem Job den vollen Namen des Unternehmens an, deine Stelle und welche Aufgaben daruntergefallen sind. Wenn du sehr viele Praktika und Sommerjobs absolviert hast und dich nun aber für eine höhere Position bewirbst, dann musst du diese nicht vollständig anführen. Wähle hierbei jene aus, die deine Chancen auf den Job erhöhen.

Besonders relevant ist die letzte Position deiner beruflichen Situationen, also der, in dem du dich gerade befindest. Aus diesen Angaben möchte der*die Personaler*in herauslesen, ob du dich aktuell in einem Beruf mit aktiven Arbeitsverhältnis befindest.

Spezifische Kenntnisse, Qualifikationen und praktische Erfahrungen

Das ist ein besonders wichtiger Inhalt des Lebenslaufes, denn hier kannst du zeigen, warum gerade du am besten für die Stelle geeignet bist. In diesen Teil gehören deine Hard Skills und Soft Skills, das heißt, deine IT-Kenntnisse, Zertifikate, Sprachkompetenzen etc.

Schreibe nicht (nur) EDV- oder Computer-Kenntnisse, wenn du beispielsweise Kenntnisse in spezifischen Programmiersprachen hast – sei konkret und informiere die Personaler*innen über deine detaillierten Fertigkeiten. Super, wenn du MS-Office-Programme beherrschst, betone aber die Applikationen beim Namen (z.B. sehr gute Excel-Kenntnisse), die dich für den beworbenen Beruf qualifizieren und für die auszuführenden Tätigkeiten relevant sind.

Bei den Sprachkenntnissen werden meist Selbsteinschätzungen abgegeben. Umso besser, wenn du diese mit einem Zertifikat untermauern kannst. Gut sind welche mit europäischen Referenzrahmen, denn dieser ist in ganz Europa gleich und die*der Arbeitgeber*in kann sich ein gutes Bild von deinem Sprachniveau machen. Zertifikate, welche auf der ganzen Welt Gültigkeit haben sind TOEFL, IELTS oder ähnliche, diese wären natürlich am besten, sind allerdings teuer und auch nur zwei Jahre gültig.

Führe unter dem Punkt Kenntnisse und Qualifikationen auch Engagements, Ehrenämter oder Auslandserfahrungen an, oder auch Auszeichnungen und Publikationen finden hier Platz. Je nach Berufszweig werden andere Fähigkeiten und Qualifikationen gewünscht, wähle jene aus, die am passendsten sind.

Bewerbungsfoto

Füge ein Bewerbungsfoto rechts oben im Lebenslauf ein, allerdings nur, wenn du noch keines beim Anschreiben eingefügt hast und auch nur, wenn du dich für eine Stelle im österreichischen Raum bewirbst. Bei Lebensläufen für andere Länder sowie jenen in englischer Sprache gelten bei Bildern andere Regelungen, da einige Länder andere Anti-Diskriminierungs-Regelungen haben als das Land Österreich.

Wichtige Tipps am Rande für das optimale Bewerbungsfoto:

Für Bewerbungsfotos eignen sich professionell erstellte Portraits, getragen wird eine schlichte Business-Kleidung mit freundlichem Lächeln. Bitte meide Urlaubsfotos, Selfies oder Bilder mit leichter Bekleidung. Auch das Gerät selbst, sollte für eine ausreichende Bildqualität bzw. Kapazität sorgen (zwischen 500KB - max. 1MB). Speziell bei Online-Bewerbungen (Bewerbungsformulare) wird gefordert, das Bild als eigenständige Datei hochzuladen. Dementsprechend solltest du das Foto nach deinem Namen benennen und in entsprechender Größe (350px - 500px breit) übermitteln.


Formelle Ansprüche an einen Lebenslauf

Seitenanzahl

Dein Lebenslauf sollte maximal 2 Seiten haben, gerade dann, wenn du Berufsanfänger*in bist. Wenn du schon länger gearbeitet hast, dann sind auch 3 Seiten in Ordnung, achte aber darauf, dass diese nicht überschritten werden. Wenn du zu viele Seiten hast, schau dir deinen Lebenslauf nochmal durch und überlege ob wirklich alle Punkte, welche du angegeben hast, relevant sind. Ein weiteres Kriterium sind standardmäßig DIN A4-Seiten konvertiert als PDF-Datei, Basis dafür ist üblicherweise eine Word-Datei.

Kontinuität

Die Kopf- und Fußzeile sind im Lebenslauf, so wie im Bewerbungsschreibe ident. Achte auch darauf, dass du die gleiche Schriftart wählst und die Größen der Überschriften sowie des Fließtextes gleich sind.

Amerikanische vs. Chronologische Lebenslauf

Du kannst einen Lebenslauf auf zwei Arten gestalten, entweder chronologisch oder amerikanisch. Amerikanisch bedeutet, dass deine letzte Anstellung zuerst angeführt wird, genauso bei der Ausbildung. Heutzutage wird fast immer die amerikanische Variante verwendet. Die chronologische Art verwendest du nur, wenn du längere Lücken im Lebenslauf hast.

Egal, ob du dich nun für die amerikanische oder die chronologische Variante entscheidest, achte darauf dass du diese durchgehend verwendest, das heißt bei „Ausbildung“, sowie bei „beruflicher Werdegang“.

Tabellarischer Lebenslauf

Damit die*der Arbeitgeber*in sofort einen Überblick hat, formatiere den Lebenslauf tabellarisch. Das heißt, auf der linken Seite schreibst du die Zeiträume hin, z.B.: wie lange zu in einem Unternehmen gearbeitet hast, gib diese im Format MM.JJ. an. Auf der rechten Seite gibst du das Unternehmen, die Stelle etc. an. Ein tabellarischer Lebenslauf bietet eine klare Struktur und eine gute Übersicht.

Tipp:

Arbeite bei tabellarischen Lebensläufen immer mit Tabstopps und nicht mit Leerzeichen, damit du durchgehend eine gerade Linie hast.


Layout und Inhalt eines Lebenslaufs

Durch Farben, Designs und Schriftart kannst du den Lebenslauf leicht personalisieren und deiner*m Arbeitgeber*in zeigen, dass du dir Mühe gegeben hast und du hebst dich gleichzeitig von den anderen Bewerber*innen ab. Oft wird angenommen, dass der Lebenslauf einmal gestaltet wird und dieser dann so bleibt, wenn du ihn aber immer an das Unternehmen anpasst, in welchem du gerne arbeiten möchtest, dann steigern sich deine Chancen den Job zu ergattern.

Farben und Design

Mit der Gestaltung des Layouts kannst du einen großen Unterschied machen. Passe dich farblich an das Unternehmen an. Formatiere Unterteilungslinien oder Überschriften in den Farben des Unternehmens. Wenn es besonders markante Formen oder Grafiken hat, kannst du diese auch einfügen, beachte aber den Urheberschutz des Unternehmens an Bildern, Texten oder gewissen Grafiken. Hierbei solltest du die Formen oder Grafiken des Unternehmens lieber nachbauen, als dass du wegen Urheberrechts-Diebstahl negativ auffällst.

Wichtig:

Wenn du Farben oder Formen in deinem Lebenslauf einfügst, verwende diese auch in deinem Anschreiben. Das sollte unbedingt übereinstimmen und harmonisch sein.

Ideen kannst du die aus von Vorlagen im Internet holen, oder diese auch verwenden. Wenn du eine Vorlage aus dem Internet nutzt, personalisiere diese, nicht dass du die gleiche hast wie andere Bewerber*innen.

Schriftart und Schriftgröße

Durch Veränderung der Schriftart bewirkst du viel, verwende eine andere Schriftart, als die Standardschriftarten Arial oder Times New Roman, damit stichst du hervor, wenn die*der Arbeitgeber*in mehrere Bewerbungen vor sich auf dem Tisch liegen hat. Variiere auch in der Schriftgröße, formatiere zum Beispiel die Überschriften besonders groß und deinen Text kleiner. Achte aber darauf, dass du es nicht übertreibst und dass du eine einheitliche Schriftart und -größe bei deinem Lebenslauf und deinem Anschreiben verwendest.

Hervorheben von Schlüsselwörtern

Hebe Keywords hervor, die besondere Relevanz haben! Highlighte die Dinge, welche relevant für die Stelle sind, besonders die, welche in der Stellenbeschreibung genannt werden. Das heißt, wenn z.B.: gewisse Kompetenzen in der Stellenanzeige gewünscht sind, welche du hast, dann hebe diese hervor, oder gewisse Stationen in deinem Lebenslauf. Damit hilfst du der*dem Arbeitgeber*in gleich die Punkte zu finden, welche wichtig sind und auch, dass sie*er nichts überliest, denn im Durchschnitt sehen sich Arbeitgeber*innen Lebensläufe zwischen 2 bis 3 Minuten an.

Inhalt

In den Lebenslauf kommen nur Fakten, keine Ausschmückungen, Erklärungen oder gar Floskeln. Schreibe nicht zu viel Text, der Lebenslauf sollte übersichtlich sein und keinen Fließtext enthalten – dafür dient das Bewerbungsschreiben. Komme mit den Fakten auf den Punkt, verkaufe deine Fähigkeiten und Qualifikationen kurz und knackig.

Die verständliche und einheitliche Wortwahl innerhalb deiner Bewerbungsunterlagen ist ein bewährtes Erfolgskriterien. Achte also auch dein konsistentes und richtiges Bewerbungs-Wording.


UNSER FAZIT FÜR DICH

Dein professioneller Lebenslauf ist der wichtigste Teil deiner Bewerbung, lege dein Augenmerk darauf. Der standardmäßige Aufbau eines Lebenslaufes ist:

Persönliche Daten, Ausbildung, Berufserfahrung, Besondere Qualifikationen und Kenntnisse

Dein Lebenslauf sollte nicht mehr als 2, maximal 3 Seiten haben und in der amerikanischen Version formatiert sein, das bedeutet deine jüngste Stelle kommt zuerst, genauso beim Punkt Ausbildung, dort fängst du mit dem höchsten Abschluss an. Baue deinen Lebenslauf tabellarisch auf, das heißt auf der linken Seite befinden sich die Zeiträume und auf der rechten Seite deine Stellen etc.

Vergiss nicht: In den Lebenslauf kommen nur Fakten. Nutze diese Tipps und Trick und poliere deinen Lebenslauf ordentlich auf! Wir möchten auch nochmals betonen, achte bei Lebenslauf Vorlagen darauf, dass du trotz vorgegebenen Layout deine Persönlichkeit miteinfließen lässt.

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