Alles über (d)ein Mitarbeitergespräch

Schon wieder ein Jahr vergangen und Zeit für das nächste Mitarbeitergespräch? Keine Sorge, denn in diesem Beitrag zeigen wir dir, wie das Gespräch mit deinem*deiner Vorgesetzten positiv verläuft und so auch beide Seiten ihre Vorteile daraus ziehen können. Für viele stellt das Gespräch Stress und Anstrengung dar – aber mit der richtigen Vorbereitung wird auch dein Mitarbeitergespräch zum Erfolg, versprochen! 😊

Alles über (d)ein Mitarbeitergespräch

Was ist ein Mitarbeitergespräch?

Bei einem Mitarbeitergespräch handelt sich um ein 4-Augen-Gespräch zwischen Mitarbeiter*in und Vorgesetztem, das in der Regel mindestens einmal pro Jahr stattfindet. In diesem Feedback-Gespräch wird deine Arbeit analysiert, dabei werden Erfolge und mögliche Verbesserungen besprochen und auch Ziele für die weitere Zusammenarbeit gesetzt.

Im Gespräch kannst natürlich auch du als Mitarbeiter*in deine Wünsche und Anregungen mitteilen und dein persönliches Feedback demnach direkt bei einem Vorgesetzten platzieren. Damit das Gespräch auch reibungslos abläuft, ist die gute Vorbereitung darauf das A und O – das bringt uns auch gleich zum nächsten Punkt:


Die richtige Vorbereitung auf das jährliche Mitarbeitergespräch

Damit das Mitarbeitergespräch kein Reinfall wird, ist es besonders wichtig, dass sich sowohl der*die Chef*in als auch du als Mitarbeiter*in ausreichend auf das Gespräch vorbereiten. In manchen Unternehmen gibt es für die inhaltliche Vorbereitung bereits gesonderte Checklisten, die von beiden Seiten im Vorfeld ausgefüllt werden, um einen Leitfaden für die wichtigsten Gesprächspunkte zur Hand zu haben.

Vorbereitung auf das Mitarbeitergespräch - kärntnerjobs.at

Damit auch du deine Besprechung mit der Führungskraft erfolgreich führen kannst, haben wir mit den folgenden Punkten eine Checkliste für dich zusammengestellt:

Berufliche Meilensteine und Erfolge

Was hast du seit dem letzten Mitarbeitergespräch erreicht (bzw. seit Beginn der Anstellung, falls es sich um dein erstes Gespräch mit dem*der Vorgesetzten handelt)?

Notiere dir hier Dinge, die dir deiner Meinung nach besonders gut gelungen sind – damit kannst du nicht nur zeigen, warum du ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens bist, sondern dir auch gleich deine eigenen Erfolge vor Augen führen und positiv gestimmt in das Gespräch einsteigen. Hier kannst du auch gleich anführen, worauf du besonders stolz bist und woran du gegebenenfalls noch arbeiten möchtest. Dadurch können Erfolge gleich mit Verbesserungsideen verbunden werden („Sandwich-Technik“ – siehe weiter unten).

Möglichkeiten zur Verbesserung

Aber auch die andere Seite muss beachtet werden: Reflektiere hier, was du an deiner Arbeit verbessern könntest, um deine Leistung zu perfektionieren. Mit diesen Verbesserungsideen zeigst du deinem*deiner Vorgesetzten, dass du dir Gedanken machst und aktiv zum Erfolg des Unternehmens beitragen möchtest. Es ist zwar oft schwierig, die eigenen Fehler zu sehen, aber wenn du hier vorbereitet in das Gesprächs einsteigst, wirst du nicht von dem*der Vorgesetzten überrascht. Vielleicht können dir auch Kolleg*innen, mit denen du am häufigsten zusammenarbeitest, Input geben, damit dir die Reflektion etwas leichter fällt.

Dein Feedback als Mitarbeiter*in – Kritik an den Vorgesetzten?

Während des Mitarbeitergespräches hast auch du die Möglichkeit, Wünsche bzw. Anregungen an den*die Arbeitgeber*in anzubringen. Vielleicht fallen dir hier z.B. Verbesserungsmöglichkeiten für die internen Arbeitsabläufe ein, die euch Zeit (sprich Geld) sparen könnten. Natürlich darfst du hier aber auch konstruktive (!) Kritik an deinen Vorgesetzten üben, wenn du dir von ihnen Änderungen im Alltagsgeschäft wünschst.

Persönliche Ziele stecken

Gegen Ende des Mitarbeitergesprächs werden in der Regel persönliche Ziele vereinbart, auf die du dann hinarbeiten kannst. Dabei handelt es sich z.B. um (interne) Weiterbildung, mögliche Aufstiegschancen, Optimierung der eigenen Arbeitsabläufe usw.

Wenn du bereits ein Mitarbeitergespräch hattest, solltest du dir hier auch gleich notieren, welche Ziele damals vereinbart wurden und ob/in welchem Ausmaß diese erreicht wurden. Bei der Setzung von Zielen sollten aber beide Gesprächsteilnehmer*innen darauf achten, dass diese möglichst realistisch sind und auch eingehalten werden können. Natürlich können aber auch längerfristige Ziele vereinbart werden, bei dann im nächsten Gespräch beispielsweise der Fortschritt besprochen wird.

Zusammenfassung und Gehalt

Ganz zum Schluss empfehlen wir dir, die wichtigsten Punkte von oben zusammenzufassen. Dann siehst du am Ende des Gesprächs sofort, ob alle Punkte, die dir wichtig sind, auch besprochen wurden. Darüber hinaus könntest du am Ende auch eine etwaige Gehaltserhöhung ansprechen – auch hier solltest du dich aber wieder vorbereiten und deine realistischen Vorstellungen präsentieren. Argumentieren könntest du dann gleich mit den zuvor besprochenen Erfolgen.


Gesprächsführung leichtgemacht

Mit deiner nun abgeschlossenen Vorbereitung anhand der obigen oder einer eigenen Checkliste liegt auch bereits ein grober Leitfaden für das Mitarbeitergespräch vor. Die Besprechung mit dem*der Chef*in läuft dabei meist ungefähr in der folgenden Reihenfolge ab:

  1. Small-Talk zum Einstieg (hier meist bereits Fragen zur Zufriedenheit mit dem Job, dem Team usw.)
  2. Deine beruflichen Erfolge
  3. Verbesserungsmöglichkeiten
  4. Zielsetzung / Zielerreichung
  5. Etwaiges Feedback von dir

Dabei empfehlen wir dir, durchgehend möglichst sachlich zu bleiben und konstruktive Kritik auch anzunehmen (das gilt natürlich für beide Seiten). Wenn du hier gar schon eigenen Verbesserungsvorschläge bereithältst, zeigst du deiner Führungskraft, dass du ein reflektierter Mensch bist, der Interesse an persönlichem Weiterkommen und am Erfolg des Unternehmens hat. Versuche aber nicht lange um den heißen Brei herumzureden, sondern formuliere deine Punkte und Ziele so konkret wie möglich. Andernfalls könnte es schnell so wirken, als würdest du von irgendwas ablenken wollen oder hättest dich nicht wirklich vorbereitet.

Was bedeutet „Sandwich-Technik“?

Bei der Gesprächsführung wird dein*e Chef*in wahrscheinlich auch auf die „Sandwich-Technik“ setzen, sprich Lob-Kritik-Lob aussprechen. Diese Technik kannst du ebenso selbst anwenden, indem du beispielsweise gegen Ende des Gespräches nochmals erwähnst, auf welche persönlichen Erfolge du besonders stolz bist. Damit endet das erfolgreiche Mitarbeitergespräch auch mit einer positiven Botschaft und beide Seiten können es mit gutem Gefühl verlassen.


Die Protokollierung ist die Basis des nächsten Mitarbeitergesprächs!

In den meisten Unternehmen ist es üblich, dass während des Mitarbeitergespräches eine Art Protokoll geführt oder nochmals gemeinsam eine Checkliste wie in obigem Beispiel ausgefüllt wird. Derartige Dokumente sind normalerweise vertraulich und können ausschließlich von den zwei gesprächsführenden Personen – also von dir und der jeweiligen Führungskraft – eingesehen werden. Falls es doch auch Punkte gibt, die an Dritte weitergegeben werden sollen, kann auch dies direkt im Protokoll vermerkt und von beiden Seiten bestätigt werden. Es ist also auf alle Fälle ratsam, die wichtigsten Punkte der Besprechung auf irgendeine Art und Weise festzuhalten – damit haben du als auch dein*e Chef*in eine Art Leitfaden für die weitere Zusammenarbeit.

Damit kannst du im Laufe des kommenden Jahres auch immer wieder prüfen, ob du die besprochenen Punkte berücksichtigst bzw. die vereinbarten Ziele erfüllen kannst.


Nach dem Gespräch ist vor dem Gespräch

Nun liegt es an beiden Seiten, das Beste aus den besprochenen Punkten zu machen. Dabei ist es wichtig, dass du dir etwaige Kritik und auch die gesetzten Ziele herannimmst und daran arbeitest. Dasselbe gilt natürlich auch für deine*n Chef*in.

Aber wird das alles kontrolliert? In der Regel, ja. So wird zumindest spätestens beim nächsten Mitarbeitergespräch auf die jeweiligen Punkte eingegangen, um zu prüfen, ob die getroffenen Vereinbarungen eingehalten/erreicht wurden. Je nachdem wie genau die Zielsetzung stattfand, kann die Erreichung ebendieser auch dazwischen schon geprüft werden. Wir empfehlen dir, gleich nach dem Gesprächsende zu beginnen, immer wieder Notizen zu den vereinbarten Punkten aufzuschreiben. Damit bereitest du dich schon auf das nächste Jahr vor und kannst die Checkliste noch leichter beantworten.


Rechtliche Rahmenbedingungen

Wie schaut’s rechtlich aus? Die Arbeitgeber*innen sind zwar nicht dazu verpflichtet, Mitarbeitergespräche anzubieten, führen diese aber in den meisten Fällen dennoch durch, da es für sie ein wichtiges Instrument darstellt, um das Unternehmen erfolgreich führen zu können.

Mitarbeiter*innen sind hingegen verpflichtet, an einem Vier-Augen-Gespräch teilzunehmen, wenn dieses von der*dem Vorgesetzten einberufen wird. Laut Arbeitsrecht zählt es nämlich zu deinen Pflichten, deinen Vorgesetzten zu jeder Zeit alle Informationen rund um deinen Arbeitsbereich zur Verfügung zu stellen – insofern diese angefordert werden. Wir empfehlen aber ohnehin, das Gespräch viel mehr als Chance für dich selbst, denn als Pflicht zu sehen, denn:


Was bringt mir das Mitarbeitergespräch?

Wie eben erwähnt, ist es für ein Unternehmen ein wichtiges Instrument – aber auch du kannst einige Vorteile aus dem Gespräch ziehen.

Bereits bei der Vorbereitung wirst du über deinen Job und deine eigene Leistung reflektieren – das ermöglicht dir, neue Wege zu finden, um dich im Beruf weiterzuentwickeln. Ebenso hast du im Gespräch die Möglichkeit, deine eigene Kritik in vertraulichem Rahmen anzubringen und hier auch wirklich gehört zu werden. Bei einigen Unternehmen ist zudem auch die Gehaltsverhandlung ein fixer Bestandteil des Mitarbeitergespräches – das macht auch durchaus Sinn, da von beiden Seiten deine Leistungen evaluiert werden und darauf basierend direkt um eine etwaige Erhöhung verhandelt werden kann. Sollte dein*e Vorgesetzte*r das Thema Gehalt nicht zur Sprache bringen, kannst du es durchaus auch selbst ansprechen – vor allem wenn du viele Erfolge erzielt hast oder eine Erhöhung z.B. an die Erreichung eines bestimmten Zieles koppelst.


UNSER FAZIT FÜR DICH

Wir hoffen, dass wir mit diesem Beitrag den „Schrecken“ aus dem Thema Mitarbeitergespräch nehmen konnten. Wie du siehst, ist es vor allem wichtig, dass sich beide Seiten ausreichend auf das Gespräch vorbereiten – dann kann auch nicht viel schiefgehen! Während des Gesprächs solltest du dir immer in Erinnerung rufen, möglichst sachlich zu bleiben, auch wenn es etwas „turbulenter“ wird. Wenn du selbst Kritik, Wünsche oder sonstige Anregungen hast, ist das Mitarbeitergespräch der perfekte Rahmen, um diese vertraulich anbringen zu können. Die Beurteilung deiner Leistung kann übrigens auch gleich als Ausgangspunkt für eine Gehaltsverhandlung genutzt werden – mit etwas Geschick steigst du dann sogar mit monatlich mehr Geld und noch mehr positiver Stimmung aus dem Gespräch aus.

Wir wünschen dir jedenfalls viel Erfolg für dein Mitarbeitergespräch!

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