Inklusion in der Arbeitswelt- ein Job als Begleitsassistenz

Wenn du gerne im sozialen Bereich arbeiten möchtest, ist vielleicht die Schul- bzw. Kindergartenassistenz etwas für dich. Welche Aufgaben dich in diesem spannenden Berufsfeld erwarten und welche Fähigkeiten du für diesen Bereich mitbringen solltest, erfährst du hier.

Inklusion in der Arbeitswelt- ein Job als Begleitsassistenz

Was bedeutet Inklusion?

Der Inklusionsgedanke ist in den letzten Jahren zu einem wichtigen Bestandteil im Schulsystem geworden. Inklusion bedeutet, dass alle Mitglieder einer Gesellschaft in einem Miteinander leben und keine Person ausgeschlossen wird. Jeder Mensch wird als Teil der Gesellschaft anerkannt und wertgeschätzt – unabhängig von Herkunft, sexueller Orientierung, Lebensalter und Behinderung. Verschiedenste Vereinigungen in Österreich wie die Lebenshilfe, Caritas, alpha nova oder hier in Kärnten die Diakonie de La Tour - hier gehts zu allen Jobs der Diakonie - sagen Ja zur Inklusion und vermitteln Schulassistenten, Arbeitsplatzassistenten oder Freizeitassistenten. Um Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen oder psychischen Einschränkungen den Schulbesuch und das gemeinsame Lernen mit Mitschülern zu ermöglichen, kommen Schulassistenten zum Einsatz. In Deutschland wird dieser Beruf auch als Integrationshelfer*in bezeichnet, während in Österreich eher die Bezeichnung Schulassistenz gebräuchlich ist. Während Integrationshelfer*innen früher noch unterrepräsentiert in Schulen waren, boomt dieser Bereich heutzutage und es wird immer wieder nach Schulassistenten gesucht. 


Welche Aufgaben erwarten mich?

Als Schul- bzw. Kindergartenassistenz begleitest du Kinder oder Jugendliche mit körperlichen oder geistigen Behinderungen durch den Schul- bzw. Kindergartenalltag. Sowohl Kinder mit schweren körperlichen Behinderungen als auch Kinder mit Autismus, ADHS oder Entwicklungsverzögerung erhalten eine individuelle Betreuung. Zu deinen Aufgabenbereichen in der Schulbegleitung zählt die Assistenz bei alltäglichen Anforderungen in der Schule. Du sorgst zum Beispiel dafür, dass benötigtes Unterrichtsmaterial wie Bücher, Hefte und Stifte ordentlich am Tisch bereitliegen und du hilfst deinem Schützling bei der Organisation des Schulalltags. Auch bei allgemeinen Fragen zu den Hausaufgaben oder zu Übungen während der Stunde, kannst du deine Hilfestellungen anbieten. Für die Vermittlung der Unterrichtsinhalte ist jedoch ausschließlich der*die Lehrer*in zuständig. Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist die Assistenz bei Alltagshandlungen. Du unterstützt den*die Schüler*in beispielsweise beim Toilettengang, beim An- und Ausziehen und bietest deine Hilfestellung auch beim Mittagessen an. In den Tätigkeitsbereich eines Schulassistenten fällt auch die Unterstützung bei Sozialkontakten mit anderen Schüler/innen. Du hilfst Person also bei der Integration in die Gruppe und unterstützt ihn*sie dabei, Freundschaften mit anderen zu knüpfen und aufrecht zu erhalten. Natürlich können die Tätigkeitsbereiche stark variieren. Manche Menschen  benötigen mehr Unterstützung bei  Alltagshandlungen und manche mehr im sozialen Bereich. Das hängt immer davon ab, in welchen Bereichen dein Schützling besondere Schwierigkeiten hat. Deine Aufgabenbereiche hängen natürlich auch von deinem Einsatzgebiet ab. Im Kindergarten können dir ganz andere Aufgabenbereiche zufallen als beispielsweise am Vormittag in der Schule oder in der Nachmittagsbetreuung. Grundsätzlich verfolgen jedoch alle Schul- und Kindergartenassistenten ein gemeinsames Ziel: Die Hilfestellung zur größtmöglichen Selbstständigkeit.

In der Arbeitswelt läuft das Ganze ähnlich ab und ist weit aus mehr als Fahrstühle, behindertengerechte Toiletten und breite Türen. In einer inklusiven Gesellschaft erhält jeder Mensch die gleichen Chancen, und die die schwer zu handeln sind, werden eben mit einer Assistenz bewältigt.


Welche Fähigkeiten muss ich mitbringen?

Wer als Schul- bzw. Kindergartenassistenz arbeiten möchte, muss eine ganze Reihe an Fähigkeiten mitbringen. An oberster Stelle stehen natürlich Einfühlungsvermögen und eine wertschätzende Arbeitsweise. Du solltest außerdem in der Lage sein, klar zu kommunizieren und von Anfang an Regeln und Grenzen festlegen können. Gerade Kinder mit Beeinträchtigungen benötigen klare Regeln. Das gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Beständigkeit. Du solltest also nicht nur einfühlsam sein, sondern auch konsequent in deinen Handlungen sein. Weitere wichtige Fähigkeiten im Bereich der Schulassistenz sind ein hohes Maß an Selbstständigkeit, Engagement und Flexibilität. Wenn „dein“ Kind beispielsweise krank ist, springst du als Vertretung für deine Kolleg*innen ein. So kann es vorkommen, dass du dich immer wieder auf einen neuen Schützling einstellen musst. 

Wichtig in diesem Beruf ist natürlich auch kommunikatives Geschick und Teamfähigkeit. Du trägst mit deiner Arbeit maßgeblich zum Wohlbefinden der ganzen Gruppe bei. Wenn sich dein Schützling nicht wohlfühlt, wirkt sich das oft auf die ganze Klasse aus. Um ein positives Miteinander zu gewährleisten, musst du dich auch regelmäßig mit den Lehrer*innen / Kindergartenpädagog*innen / Sozialpädagog*innen austauschen. Gerade wenn du selbst mal nicht weiter weißt, solltest du das Gespräch mit deinen Kollegen suchen und dir wertvolle Tipps holen. Natürlich gehört auch ein regelmäßiger Austausch mit den Eltern dazu. Davon profitieren nicht nur die Eltern, sondern auch du. So erfährst du nämlich mehr über die Vorlieben und Gewohnheiten des Kindes. Offenheit und Aufgeschlossenheit für Gespräche mit Eltern/Lehrer*innen stellen also eine weitere wichtige Schlüsselqualifikation eines jeden Schulassistenten dar. Diese Fähigkeiten gehören zu den sogenannten Soft Skills. Für die Ausübung des Berufes werden meist auch Hard Skills vorausgesetzt. Ein Schulbegleiter sollte im besten Fall bereits Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen gemacht haben. Von Vorteil ist auch ein pädagogischer oder psychosozialer Ausbildungshintergrund.


Welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es in diesem Bereich?

Besonders hilfreich in diesem Bereich ist beispielsweise eine Ausbildung als Fachsozialbetreuer*in oder Pfleger*in. Kinder und Jugendliche mit schweren körperlichen Beeinträchtigungen benötigen Hilfe beim Toilettengang und vielen weiteren alltäglichen Handlungen. Grundkompetenzen in der Pflege sind in diesem Fall also eine Voraussetzung. Manchmal ist auch ein pädagogischer oder psychologischer Studienhintergrund von Vorteil. Wenn du gerade Pädagogik oder Psychologie studierst, ist die Arbeit als Schulassistenz die perfekte Ergänzung. So sammelst du erste Erfahrungen im sozialen Bereich. Pädagogik- und Psychologie-Student*innen betreuen meist Kinder und Jugendliche mit psychischen Beeinträchtigungen wie Autismus oder ADHS. Von Vorteil ist es natürlich auch, wenn du bereits eine Ausbildung als Kindergartenpädagoge/in oder eine andere soziale Berufsausbildung abgeschlossen hast. Eine spezifische Ausbildung für Schulassistent/innen ist vom Gesetzgeber also nicht vorgegeben. Organisationen wie die Lebenshilfe oder Caritas legen allerdings Wert auf qualifiziertes Personal, da die Anforderungen in diesem Job sehr hoch sind. Während der Arbeit als Schulassistenz gibt es außerdem die Möglichkeit an praxisnahen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten teilzunehmen. Du kannst beispielsweise Seminare zum Thema Autismus oder ADHS besuchen.

Du musst im Laufe deiner Tätigkeit auch einige Pflichtseminare besuchen. Dort lernst du mehr über deine Rolle als Schulassistenz und welche Aufgaben in deinen Bereich fallen. Die meisten Arbeitgeber bieten außerdem anlassbezogene Supervision und Intervision an. Bei einer Supervision triffst du dich mit einem Supervisor, der zumeist über eine entsprechende Zusatzqualifikation verfügt. Mit ihm*ihr kannst du dein eigenes Handeln im Arbeitsalltag reflektieren und Lösungsansätze für Probleme finden. Bei einer Intervision finden hingegen beruflich Gleichgestellte zusammen und arbeiten an der Lösung von konkreten Problemen. Diese Intervisions-Termine finden meist alle paar Wochen statt und können freiwillig in Anspruch genommen werden. Nutze diese Möglichkeit der Beratung – Intervisionen und Supervisionen können in psychosozialen Berufen sehr nützlich sein!

UNSER FAZIT FÜR DICH

Du möchtest gerne im Sozialbereich arbeiten und interessierst dich besonders für Themen wie Bildung und Inklusion? Dann ist die Schulassistenz der ideale Job für dich! Du unterstützt deinen Schützling bei Alltagshandlungen, alltäglichen Anforderungen in der Schule und bei der Integration in die Gruppe. Das Ziel der Assistenz ist es, deinem Schützling zur größtmöglichen Selbstständigkeit zu verhelfen. Im Idealfall kommt der Schüler nach einer gewissen Zeit auch ohne dich klar. Der Bedarf an Schulassistenten ist groß und mit dem erforderlichen Background bekommst du in der Schulassistenz fast immer einen Job. Mit diesem Beruf leistest du einen wichtigen Beitrag in der Integrationsarbeit und du bekommst sehr viel von deinen Schützlingen zurück!

Blogbeitrag von Petra Zausnig

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